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2. Ehrenamt und Citizen Science

In dieser Sektion geht es um "Meine Geschichte, meine Erfahrungen", um das Thema Ehrenamt und Citizen Science sowie um faire Löhne und faire Angebotspreise bei Firmen und Selbständigen.
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Pascal Geiger
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2. Ehrenamt und Citizen Science

Beitragvon Pascal Geiger » So 5. Mär 2017, 19:15

Liebe Teilnehmer,

stellen wir uns folgende Frage:

Nimmt ein Berufsverband auch Mitglieder auf, die nicht von dieser Tätigkeit leben und keine archäologische Ausbildung haben, aber ehrenamtlich mitwirken und sich auf die Einhaltung der Qualitätsstandards verpflichten wollen?

Eine Frage, ganz nach meinem Geschmack. Und ich habe eine klare persönliche Meinung dazu.

Betrachten wir die derzeitige Situation: Die Archäologie befindet sich im Wandel. War vor einigen Jahrzehnten der Bürger vor allem reiner Konsument von Ergebnissen der archäologischen Wissenschaften, bieten ihm u. a. die heutigen technischen Möglichkeiten die Gelegenheit, ebenso Produzent zu sein. Dabei ist Citizen Science gezwungenermaßen auch ein Schritt hin zu gesellschaftsnaher, kommunikativer und transparenter Forschung, denn diese wird immer öfter auch von Politik und Geldgebern gefordert - und damit von jenen, die die tägliche Arbeit der Archäologen maßgeblich beeinflussen.

Die Frage danach, wer die Zukunft der Vergangenheitsforschung gestaltet, wurde also nicht umsonst auf der DGUF-Tagung 2016 in Berlin zum Thema "Archäologie & Macht" behandelt. Ehrenamt und Citizen Science gewinnen immer mehr an Bedeutung. Ihnen jedoch mehr Platz und Beteiligung einzuräumen, insbesondere innerhalb eines Berufsverbandes, bedeutet ebenso ein Stück weit "die Macht über das Fach" abzugeben - an jene, die keine archäologische Ausbildung haben.

Man könnte also zusammenfassend feststellen: Nimmt man ebenso Ehrenamtliche und Citizen Scientists in einen archäologischen Berufsverband auf, gibt man ihnen damit auch die "Macht", über die berufliche Zukunft von Archäologinnen und Archäologen mitzubestimmen.

Ich kann mir vorstellen, dass manchen Archäologen eine Entscheidung darüber schwer fiele, schließlich werden die meisten schon Bekanntschaft mit jenen gemacht haben, die dem Begriff "Citizen Scientist" nicht gerecht werden und eher die Auffassung vertreten, sie könnten einen Archäologen ersetzen. Ich bin dennoch der Überzeugung, dass man Ehrenamtliche / Citizen Scientists als echte Chance nutzen kann, denn auch wenn ein archäologischer Berufsverband Ehrenamtliche aufnimmt, wird er stets ein Berufsverband bleiben, der primär für die Interessen und Belange der beruflichen Archäologie einsteht. Das bedeutet daher auch: Wenn er auch interessierte Bürger zu seinen Mitgliedern zählen kann, die bereit sind, einen Mitgliedsbeitrag zu entrichten, gewinnt er damit nicht nur eine gewichtige Stimme. Er gewinnt Mitglieder, die ein ernsthaftes Interesse an Archäologie verfolgen und diese fördern wollen. Er gewinnt eine externe Perspektive und viele nützliche Menschen, die zwar nicht von ihrer beruflichen Ausbildung her "vom Fach" sein mögen, durchaus aber ihr Fachwissen u. a. auch aus anderen Gebieten für die Archäologie einsetzen können. Vor allem aber gewinnt er mit diesen Mitgliedern echte Partner!

Ein letzter Punkt sei noch angesprochen: Ein archäologischer Berufsverband hat, im Vergleich etwa zu einer Gewerkschaft, auch einen Gemeinwohl-Ansatz. Und kaum ein Bereich kann diesen besser transportieren als Ehrenamt und Citizen Science. Einen Berufsverband für das Thema Ehrenamt und Citizen Science zu öffnen, wäre demnach ein Schritt hin zu mehr Professionalität auf Seite der Freiwilligen und zugleich zu besseren Argumenten für die Lobbyarbeit, auch in Hinblick auf das Verständnis für die Bedürfnisse und Rahmenbedingungen des fachlichen Nachwuchses. Und wenn es gelänge, das gemeinsam zu erreichen, dann gewinnen wir am Ende alle etwas: Nämlich dass das, für das wir uns alle interessieren, erhalten bleibt und gefördert wird: die Archäologie.

Ich darf Ihnen zumindest an dieser Stelle bereits versprechen: Ich werde dabei sein. Wie steht es mit Ihnen?

Mit den besten Grüßen,

Ihr Pascal Geiger.

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Frank Siegmund
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Wie CIfA darüber denkt...

Beitragvon Frank Siegmund » Do 9. Mär 2017, 10:17

Gerry Wait beschreibt in seinem Aufsatz in den Arch. Informationen (s. Tagungsmaterialien) die Haltung des britischen Berufsverbandes CIfA zu dieser Frage. Es lohnt, den Absatz, den ich hier copy-paste, sorgfältig zu lesen und zu durchdenken:
>> Nach dem Verständnis des CIfA bedeutet der Begriff „professioneller Archäologe“ nicht notwendigerweise jemanden, der als Archäologe angestellt ist und dafür bezahlt wird, archäologisch zu arbeiten. Vielmehr kann ein „professioneller Archäologe“ durchaus viele andere Dinge tun und beispielsweise nicht hauptberuflich oder auch in Teilzeit als Archäologe tätig sein. Das Kriterium ist nicht, ob man als Archäologe bezahlt wird, sondern ob man Archäologie angemessen praktiziert.

Der Status „professioneller Archäologe“ leitet sich auch nicht von einem akademischen Abschluss ab. Man muss die nötigen Fähigkeiten haben, um Archäologie angemessen zu praktizieren, aber es ist nicht notwendig, diese Fähigkeiten über eine universitäre Ausbildung erlangt zu haben. Um es im Sinne der CIfA formeller auszudrücken: Ein professioneller Archäologe ist jemand, der formell als solcher von einem Berufsverband akkreditiert ist, was bezeugt, dass er ein angemessenes Niveau und eine angemessene Breite an Fähigkeiten besitzt und dessen Kompetenz an etablierten fachlichen Standards gemessen werden kann; der sich auf eine fachliche Ethik („code of conduct“) verpflichtet hat und bereit ist, seine Fähigkeiten über sein ganzes Arbeitsleben hinweg weiterzuentwickeln sowie eine Aufsicht seitens seiner Fachkollegen zu akzeptieren. Diesem Selbstverständnis folgen alle Berufsverbände, die Archäologie ist hierin keine Ausnahme. <<
Ja, als Uni-Mensch habe ich erheblich schlucken müssen, als ich das zum ersten Mal las, schließlich wirke ich an Prüfungen und akad. Abschlüssen mit und erwarte, dass das auch etwas gilt, was ich da bezeuge. Andererseits erinnere ich persönlich einzelne Fälle, wo jemand trotz akad. Abschluss nicht ordentlich arbeitet. Vor allem erinnere ich viele Fälle, wo jemand auch ohne akad. Abschluss extrem gute und wertvolle Arbeit als Archäologe tat, z.B. abgebrochener Student, weil das mit den Referaten und den schriftlichen Arbeiten nicht so sein Ding war, aber mir in Sachen Feldarchäologie kraft Talent und Erfahrung weit über war.

Auch denke ich an die Vielen, die nach Studium und gutem Abschluss nicht im Beruf Archäologie gelandet sind. Sind das jetzt keine Archäolgen mehr, wenn sie sich z.B. in ihrer Freizeit - also "ehrenamtlich", als Bürger - mit Leidenschaft in die Archäologie einbringen? Beim Gedanken daran wird mir dann der obige Satz von G. Wait sehr sympathisch: "Das Kriterium ist nicht, ob man als Archäologe bezahlt wird, sondern ob man Archäologie angemessen praktiziert."

Ja, dieses Konzept inkludiert auch den "Laien", der ohne Archäologiestudium in seiner Freizeit als zertifierter Sondengänger mit Nachforschungsgenehmigung unterwegs ist und alles meldet, in den Begriff "Archäologe". Als Uni-Mensch ist mir der Gedanke erst einmal fremd gewesen, aber bei hinreichendem Nachdenken meine ich persönlich: "studiert vs. nicht-studiert und bezahlt vs. ehrenamtlich" ist tatsächlich nicht das entscheidende Kriterium, "Archäologe" zu sein.
Last edited by Frank Siegmund on Fr 10. Mär 2017, 08:06, edited 1 time in total.
Grund: Ermahnung von Pascal Geiger, die vorhandene "Quote"-Funktion auch zu nutzen. ;-) Done.

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Re: Ehrenamt und Citizen Science

Beitragvon raykarl » Do 9. Mär 2017, 12:32

Ein Berufsverband im Sinne des CIfA, in dem professionelle ArchäologInnen gemeinwohlnützliche Standards definieren, muss auch Personen offenstehen, die ihre Kompetenz auf anderem Weg als durch ein archäologisches Universitätsstudium erworben haben. Denn gerade archäologische Kompetenzen kann man auf vielen Wegen erwerben, nicht nur durch ein Universitätsstudium.
Das wertet übrigens Universitätsstudien nicht im mindesten ab: man kann von durchschnittlichen UniversitätsstudienabsolventInnen durchaus erwarten, dass sie die notwendige Kompetenz erworben haben, um als professionelle ArchäologInnen betrachtet zu werden, wenn sie sich entsprechend professioneller Ethik und Standards verhalten. Vom Durchschnittsbürger kann man das hingegen nicht erwarten. Es besteht daher eine durchaus starke Korrelation zwischen fachlichem Studienabschluss und professioneller Kompetenz. Von allen StudienabsolventInnen sind vermutlich irgendwo um die 95% ausreichend fachlich kompetent, um unmittelbar mit Graduierung in den Stand der professionellen ArchäologInnen überzutreten.
Das bedeutet jedoch keineswegs, dass weil die meisten StudienabsolventInnen (hoffentlich) professionell kompetent sind, nicht auch andere Menschen auf anderen Wegen professionelle Kompetenz erworben haben können. Deren Weg ist oft weit schwieriger, steiniger und langwieriger gewesen als der durchschnittlicher StudienabsolventInnen, weil sie nicht einfach das notwendige Fachwissen nett von Unilehrenden verpackt und im Überblick wie im Detail erkärt bekommen haben, sondern sich das alles mühsam selbst erarbeiten mussten. Aber wenn es jemand kann, muss es vollkommen egal sein, wie er es gelernt hat.

Genauso sehe ich den Schaden nicht, der dadurch entstehen soll, dass auch Personen Mitglied eines Berufsverbandes werden können sollen, die zwar die notwendige Kompetenz dafür haben, aber nicht den selben Ausbildungsweg beschritten haben wie alle anderen Mitglieder des Verbands. Der Verband ist ja nicht der Verein der ArchäologiestudienabsolventInnen, sondern dient dafür zu Sorgen, dass archäologische Arbeit gemeinwohlnützlich entsprechend gewissen Standards durchgeführt wird. Wer das kann kann es, egal was er gelernt hat, und arbeitet damit gemeinwohlnützig. Und darum geht es doch letztendlich, d.h. je mehr Leute das können, desto besser.

Liebe Grüße,

Ray
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Re: Ehrenamt und Citizen Science

Beitragvon HenrietteBaron » Do 9. Mär 2017, 15:09

Ich stimme asbolut zu, dass man auch über Erfahrung die Befähigung für gute archäologische Arbeit erlangen kann, nicht nur durch ein abgeschlossenes Studium. Aber es sollten harte Kriterien da sein, denn in der Archäologie verschwimmt die Grenze zwischen professionellen Nicht-Studierten und begeisterten Laien. Man denke an die Reenactment-Szene: Da gibt es Leute, die ein sehr detailliertes Fachwissen haben und von denen man viel lernen kann. Diese und gerade die unter ihnen, die davon leben, sollten ihre Interessen auch einbringen können. Und es gibt Leute, bei denen Archäologie im professionellen Sinne eher am Rande steht und mit Bereichen geringer Faktengrundlage verschwimmt (Fantasy, Fiktion, Esoterik). Da muss man sich gut überlegen, woran man die angemessene Befähigung fest macht. Über Referenzen vielleicht?

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Re: Ehrenamt und Citizen Science

Beitragvon Kristin Oswald » Do 9. Mär 2017, 15:41

Meiner Meinung nach spielt in Sachen Professionalität noch ein anderer Aspekt eine Rolle: Viele Landesämter können schlicht und einfach nicht auf ehrenamtliche Mitarbeit verzichten und sind also darauf angewiesen, professionell arbeitende Freiwillige zu haben. Hier kann ein Berufsverband helfen, passende Formate zu entwickeln, das gegenseitige Verständnis zu erhöhen, die Leute weiterzubilden und damit den Landesämtern wiederum Arbeit abnehmen. Gleichzeitig sinkt aber auch das Interesse, ehrenamtlich in der Archäologie tätig zu werden. Das bedeutet einen Verlust an Wissen und Arbeitszeit und erschwert die tägliche Arbeit damit gleich doppelt. Auch hier könnte ein Berufsverband helfen und als Lobby gewisse kommunikative Aufgaben zum Beispiel hinsichtlich den Schwierigkeiten archäologischer Arbeit übernehmen, sowohl gegenüber Politik und Geldgebern als auch gegenüber potentiellen Ehrenamtlichen oder bezüglich Schatzsucher-Klischees.

Zudem, und das finde ich einen nicht unwichtigen Aspekt, auf den Maria Theresia Starzmann schon 2015 in “Kritische Archäologie” hingewiesen hat, laufen „heutzutage die politischen Belange von prekär beschäftigten Nachwuchswissenschaftler/innen eher mit jenen von Laienwissenschaftler/innen als von Professor/innen zusammen“. Und tatsächlich ist ja die Tatsache, dass man dankbar dafür sein müsse, sein Hobby zum Beruf machen zu dürfen, eines der häufigsten Argumente für prekäre Beschäftigung in der Archäologie. Ich stimme deshalb Ray völlig zu, dass man die Frage, wie man "professionell" definieren möchte, nicht nur von der Ausbildung oder dem Beschäftigungsverhältnis abhängig machen oder die Angst vor Konkurrenz in den Mittelpunkt stellen darf.
Kristin Oswald, M.A.
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Re: Ehrenamt und Citizen Science

Beitragvon Birgit Anzenberger » Do 9. Mär 2017, 17:21

Ich habe das Gefühl, hier werden drei Dinge vermischt.
Das ist zum einen die Anerkennung von Leistungen einer Person, die archäologisch tätig ist und das auch kann, ohne eine universitäre Ausbildung zu haben. Um als Grabungsassistent zu arbeiten, auf der Grabung zu vermessen, zu zeichnen oder sich um Funde zu kümmern muss man kein Studium abgeschlossen haben. Aber eine solche Person muss in eine Struktur (Grabungsfirma, Behörde) eingebunden sein, die die wissenschaftlichen Standards vertritt. Nur weil sich eine Person medizinisches Wissen angeeignet hat und das - es gibt genug Fälle - so gut oder besser kann als ein Mediziner, der sein Studium erfolgreich abgeschlossen hat, darf er nicht als Arzt praktizieren. Und meiner Meinung nach zu Recht. Das heißt nicht, dass sie nicht in diesem Beruf arbeiten dürfen. Auch wir haben in unserer Firma Quereinsteiger, die archäologisch arbeiten. Das führt vielmehr zu der Frage, ob es nicht sinnvoll und wichtig wäre, einen Ausbildungsberuf Archäologie zu etablieren. Wir haben schon vor vielen Jahren bei der IHK und anderen Stellen nachgefragt ob das möglich ist - sind aber leider nur auf Unverständnis gestoßen. Das wäre ein Thema für einen Verband!
Zum zweiten wird es immer Menschen geben, die ehrenamtlich die Archäologie in allen Bereichen unterstützen. Gerade um zu verhindern, dass diese Interessierten an der "Akademischen Hochnäsigkeit" der Archäologen abprallen und in den "Untergrund" gehen, also zu Sondengängern und Raubgräbern werden, ist es wichtig diese Personen in ein Konstrukt "Berufsverband" mit ein zu beziehen, auch wenn sie den Beruf nicht ausüben, also nicht "professionell" sind. Und nichts anderes bedeutet dieses Wort.
Zum dritten müssen wir uns aber ganz klar davon distanzieren, dass "Hobby-Archäologen", auch wenn sie fachlich gut arbeiten, Arbeiten übernehmen, für die in der Regel ein Archäologe bezahlt wird. Denn ein großes Problem in der Archäologie - vor allem bei den Grabungsfirmen - ist doch, dass die Bezahlung der Mitarbeiter eher schlecht ist. Wenn Grabungen oder Arbeiten in den Landesämtern von "Ehrenamtlichen" umsonst übernommen werden, dann kann sich an dieser Situation nichts ändern, vielmehr wird das Gehaltniveau des ausgebildeten Archäologen weiter sinken. Ich denke, hier brauchen wir klare Regelungen innerhalb eines Verbandes.
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Re: Ehrenamt und Citizen Science

Beitragvon Pascal Geiger » Do 9. Mär 2017, 20:01

Ich denke, hier brauchen wir klare Regelungen innerhalb eines Verbandes.
Dem stimme ich zu, ebenso, dass es, wie weiter oben bereits genannt, "harte Kirterien" geben muss. Wer professionell arbeiten möchte, muss auch bereit sein, sich nicht nur zu etwaigen Standards zu verpflichten, sondern auch deren Sicherstellung nachweisen. Das muss auch für alle gleichermaßen gelten.
Gerade um zu verhindern, dass diese Interessierten an der "Akademischen Hochnäsigkeit" der Archäologen abprallen und in den "Untergrund" gehen, also zu Sondengängern und Raubgräbern werden, ist es wichtig diese Personen in ein Konstrukt "Berufsverband" mit ein zu beziehen, [...]
Ich bin mir sicher, dass Sie das nicht so gemeint haben, möchte aber dennoch nochmal feststellen, dass nicht alle Sondengänger auch mit Raubgräbern oder jenen, die "im Untergrund" arbeiten, in einen Topf zu werfen sind. Ein Berufsverband kann also dazu beitragen zu verhindern, dass Interessierte sich aus den genannten Gründen in die illegale Ecke verabschieden. Das Sondegehen allgemein verhindern wäre jetzt aber nicht nach meinem Geschmack.
...auch wenn sie den Beruf nicht ausüben, also nicht "professionell" sind. Und nichts anderes bedeutet dieses Wort.
Damit stimme ich nicht überein. Ich kenne keine Quelle, in welcher Professionalität grundsätzlich mit einer beruflichen Ausübung verknüpft definiert wird. Professionell bedeutet, so weit mein Verständnis, dass man sich Normen und Standards, d.h. einem allgemeinen Qualitätsstandard verpflichtet und selbstverständlich auch in der Lage ist, diese zu erfüllen.
Wenn Grabungen oder Arbeiten in den Landesämtern von "Ehrenamtlichen" umsonst übernommen werden, dann kann sich an dieser Situation nichts ändern, vielmehr wird das Gehaltniveau des ausgebildeten Archäologen weiter sinken.
Das sehe ich genauso. Das Ehrenamt, im übrigen unabhängig davon, ob ein akademisch Ausgebildeter oder "Laie" ehrenamtlich arbeitet, darf nicht die berufliche Archäologie ersetzen.

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Re: Ehrenamt und Citizen Science

Beitragvon Sascha Piffko » Do 9. Mär 2017, 20:50

Eine Sache darf zudem nicht vergessen werden:
Ein Berufsverband braucht breite Unterstützung und nicht zuletzt Finanzierung. Ehrenamtliche, Laien, Förderer, Ehemalige, etc. können dem Verband mehr Gewicht und Möglichkeiten geben. Ein Verband muss in großem Umfang Lobby-Arbeit betreiben. Hier sind Kontakte über die Archäologie-Szene hinaus sehr hilfreich.
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Re: Ehrenamt und Citizen Science

Beitragvon raykarl » Fr 10. Mär 2017, 10:48

Hi,

als Kommentar zum Beitrag von Birgit Anzenberger, dem ich in vielen Belangen durchaus zustimme, aber auch in einigen Punkten widersprechen möchte:
Aber eine solche Person muss in eine Struktur (Grabungsfirma, Behörde) eingebunden sein, die die wissenschaftlichen Standards vertritt.
Ich denke, genau so eine Struktur würde ein Berufsverband (im Sinne einer berufsständischen Selbstverwaltungskörperschaft) darstellen, bzw. ist diese Struktur bereitzustellen und fachliche Standards vorzugeben eine der Hauptaufgaben eines solchen Verbandes (wenigstens eines Verbandes wie er mir und einigen anderen hier vorzuschweben scheint). Dadurch, dass der Verband professionelle Standards definiert fällt die Notwendigkeit einer Einbindung in eine ganz konkrete Organisation wie z.B. eine Grabungsfirma, ein Museum, eine Universität oder Behörde etc. weg.

Und tatsächlich gibt es auch keinen Grund, eine organisationelle Anbindung zur Voraussetzung für archäologisches Arbeiten zu machen; ja das widerspricht sogar ganz konkret der Verfassung sowohl in Deutschland als auch in Österreich. Zum einen besteht in beiden Staaten das verfassungsgesetzlich geschützte Grundrecht auf Wissenschaftsfreiheit (Art. 5 Abs. 3 GG bzw. Art. 17 StGG); zum anderen verleiht z.B. in Österreich das Habilitationsverfahren noch zusätzlich erweiterte Wissenschaftsfreiheitsrechte (siehe auch dazu Art. 17 StGG). Im Bereich meiner Venia habe ich daher z.B. weitgehende 'Narrenfreiheit' in sowohl Forschung als auch Lehre, d.h. ich darf in diesem Bereich - in dem ich meine fachliche Kompetenz auf gesetzlichem Wege bereits nachgewiesen habe - weitgehend tun und lassen, was auch immer ich will. Das hat nicht zuletzt Konsequenzen für die Frage der Notwendigkeit einer Einbindung in eine organisationelle Struktur: wenn ich irgendwo 'privat' archäologische Forschungen anstellen will - ob das jetzt Ausgrabungen oder Forschungen abseits des Feldes sind - darf ich das auch in meiner Eigenschaft als Privatperson ganz ohne organisationelle Anbindung tun; und insbesondere der Staat darf mich nicht davon abzuhalten versuchen (unabhängig davon, was Denkmaljuristen in den Kommentaren zu Denkmalschutzgesetzen oder sonstiger juristischer Fachliteratur auch immer zu dieser Frage schreiben mögen). Meine Uni(s) dürfen mir dabei auch nichts dreinreden, und wenn ich meine Forschungen ohne Inanspruchnahme der organisatorischen Strukturen meiner Uni(s) machen will, dass ist das ganz allein meine Entscheidung.

Darf ich nun aber archäologisch Arbeiten, wie es mir gefällt, ob nun mit oder ohne Einbindung in irgendwelche bestehenden organisationellen Strukturen; dann muss das letztendlich jeder dürfen, wenigstens wenn er das, was er tut, genau so (gut oder schlecht) kann wie ich. Da kann man jetzt natürlich sagen: "Soll er oder sie sich halt auch habilitieren lassen!"; aber das ist gerade in einem so vielfältigen Berufsfeld wie der Archäologie eine sehr diskutierbare Forderung und auch für die überwältigende Mehrheit derer, die archäologisch arbeiten wollen, auch gar keine gangbare Möglichkeit. Und da reden wir noch gar nicht drüber, inwieweit eine Habilitation überhaupt für viele Aspekte archäologischer Arbeit überhaupt eine erstzunehmende Qualifikation darstellt (z.B. inwieweit sie zur Durchführung von Feldforschungen qualifiziert - meiner Erfahrung nach nämlich gar nicht).
Nur weil sich eine Person medizinisches Wissen angeeignet hat und das - es gibt genug Fälle - so gut oder besser kann als ein Mediziner, der sein Studium erfolgreich abgeschlossen hat, darf er nicht als Arzt praktizieren.
Siehe zur Unzulässigkeit dieses Vergleichs meinen einschlägigen Beitrag in Arch.Inf. 40, leicht einsehbar unter https://www.academia.edu/29166342/Ich_b ... en_40_2017.
Das führt vielmehr zu der Frage, ob es nicht sinnvoll und wichtig wäre, einen Ausbildungsberuf Archäologie zu etablieren.
Das ist eine sehr wichtige Frage, und in GB ist das auch schon länger möglich (was übrigens zu interessanten europarechtlichen Fragen führen kann, wenigstens so lange die Briten noch in der EU sind: hat jemand, der in GB Archäologie als Ausbildungsberuf erlernt hat, einen Anspruch auf Erteilung einer NFG bzw. Grabungsgenehmigung, oder hat er den nicht?). Aber auch innerdeutsch ist es eine relevante Frage: kann jemand, der eine Grabungstechnikerausbildung nach "Frankfurter Modell" als 'Lehrberuf' absolviert hat, eine GRabungsgenehmigung erteilt bekommen? Die hessischen Richtlinien zur Grabungsdoku schließen diese Möglichkeit derzeit (wenigstens so wie ich das verstehe) aus, was mir grob verfassungswidrig zu sein scheint...
... auch wenn sie den Beruf nicht ausüben, also nicht "professionell" sind. Und nichts anderes bedeutet dieses Wort
Dazu hat sich Pascal Geiger ja schon geäußert, dessen Meinung ich in dieser Beziehung voll unterstützen möchte. Professionalität hat meiner Meinung nach auch nur sehr wenig damit zu tun, ob man eine Tätigkeit (bezahlt) als Beruf ausübt. Vielmehr ist es eine Frage der Kompetenz und Willigkeit, sich an professionelle Standards zu halten; im Sinne der zweitgenannten Wortbedeutung im Duden "fachmännisch, von Fachleuten anerkannt, benutzbar, erstellt o. Ä." (http://www.duden.de/rechtschreibung/professionell). Eine meiner Meinung nach einigermaßen gute Definition von Professionalität findet sich auch auf der deutschen Wikipedia (hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Profi#Pro ... lit.C3.A4t).
Zum dritten müssen wir uns aber ganz klar davon distanzieren, dass "Hobby-Archäologen", auch wenn sie fachlich gut arbeiten, Arbeiten übernehmen, für die in der Regel ein Archäologe bezahlt wird. Denn ein großes Problem in der Archäologie - vor allem bei den Grabungsfirmen - ist doch, dass die Bezahlung der Mitarbeiter eher schlecht ist. Wenn Grabungen oder Arbeiten in den Landesämtern von "Ehrenamtlichen" umsonst übernommen werden, dann kann sich an dieser Situation nichts ändern, vielmehr wird das Gehaltniveau des ausgebildeten Archäologen weiter sinken. Ich denke, hier brauchen wir klare Regelungen innerhalb eines Verbandes.
Ja und nein. Ich stimme völlig zu, dass man sicherstellen muss, dass nicht Arbeit, die eigentlich von bezahlten Fachkräften durchgeführt werden sollte, 'gratis' an 'Ehrenamtliche' ausgelagert wird. Das ist extrem wichtig, weil es nicht Aufgabe eines Berufsverbandes sein kann, den eigenen Beruf dadurch zu untergraben, dass man auch noch unterstützt, dass unbezahlte Arbeitskräfte bezahlte Arbeitskräfte ersetzen. Gleichzeitig ist es aber so, dass die Erfahrung lehrt, dass durch vermehrte Einbindung 'Ehrenamtlicher' in archäologische Arbeitsabläufe der Bedarf für bezahltes Fachpersonal eher steigt denn schrumpft: 'Ehrenamtliche' wollen nicht nur, sondern müssen auch 'betreut' werden; wobei 'Betreuung' hier keineswegs als 'an die kurze Leine nehmen' oder gar 'Gängeln' zu verstehen ist, sondern im Sinn einer sowohl beiderseitig nützlichen als auch beiderseits produktiven Zusammenarbeit, also ganz positiv.

Hat man z.B. zahlreiche professionelle Ehrenamtliche, die in der archäologischen Landesaufnahme tätig sind (d.h. Funde und Fundstellen suchen), müssen deren Fundmeldungen natürlich auch zentral verwaltet werden. Erreicht man, wie z.B. in GB durch das PAS, eine Steigerung der Fundmelderate durch 'Freiwillige' um einen Faktor von etwa 50, dann braucht es mehr bezahltes Fachpersonal, um mit dieser Steigerung auch fertig zu werden. Und den Bedarf für dieses zusätzliche Fachpersonal kann man dann auch sehr gut Argumentieren: gibt es ein massives Interesse der Öffentlichkeit, archäologisches Kulturgut - zu dessen Schutz sich alle deutschsprachigen Länder auf die eine oder andere Weise selbst gesetzlich verpflichtet haben - den staatlichen Stellen bekannt zu machen, damit sich diese darum auch kümmern können, dann kann die Politik nur sehr schwer sagen, dass es dafür einfach keine Kapazität dafür gibt und das Kulturgut selber schauen soll, wo es bleibt. Wollen Ehrenamtliche Bodendenkmale im Feld oder Depot pflegen, dann bedarf das der Koordination und Beratung durch entsprechende fachliche Organisationen, ob nun Denkmalämter oder Museen, Universitäten oder Grabungsfirmen. Dafür braucht man Personal, und zwar mehr, als derzeit zur Verfügung steht.

So gesehen gilt es tatsächlich, dass bezahlte Posten vor Ersetzung durch 'ehrenamtliches Engagement' geschützt werden müssen; aber auch, dass 'ehrenamtliches Engagement', vor allem mittel- bis langfristig, eher die Neuschaffung als die Abschaffung entsprechender bezahlter Posten fördert. Das ist zweifellos ein enger Grat, auf dem man da wandern muss, aber es ist besser, ihn selbstbestimmt und selbstorganisiert zu beschreiten als unvorbereitet von der Politik auf ihn gezwungen zu werden...

Liebe Grüße,

Ray
Prof. PD Mag.Dr. Raimund KARL FSA FSAScot MCIfA
Professor of Archaeology and Heritage
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Bangor, Gwynedd LL57 2DG
United Kingdom
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Re: Ehrenamt und Citizen Science

Beitragvon Pascal Geiger » Fr 10. Mär 2017, 12:32

So gesehen gilt es tatsächlich, dass bezahlte Posten vor Ersetzung durch 'ehrenamtliches Engagement' geschützt werden müssen; aber auch, dass 'ehrenamtliches Engagement', vor allem mittel- bis langfristig, eher die Neuschaffung als die Abschaffung entsprechender bezahlter Posten fördert. Das ist zweifellos ein enger Grat, auf dem man da wandern muss, aber es ist besser, ihn selbstbestimmt und selbstorganisiert zu beschreiten als unvorbereitet von der Politik auf ihn gezwungen zu werden...
Und dem möchte ich hinzufügen: Man muss ihn nicht alleine beschreiten! Ich bin mir z.B. als Ehrenamtlicher durchaus bewusst, dass die Verwaltung meiner Beteiligung nicht immer nur nützlich, sondern auch sehr aufwendig sein kann. Dennoch: Keiner, der ernsthaft ehrenamtlich für die Archäologie arbeitet, hat aber ein Interesse daran, dass die berufliche Forschung durch Citizen Science ersetzt wird, da aufgrund der Betreuung es der beruflichen Forschung an Kapazitäten fehlt. Und das führt mich wiederum zu meiner anfänglichen Aussage: Ja, ein archäologischer Berufsverband sollte auch Ehrenamtliche / Citizen Scientists aufnehmen.

Ich würde mir nämlich mehr Einbindung in diese Problematik wünschen, denn so könnten wir, d.h. Ehrenamtliche / Citizen Scientists, durchaus auch Lobby-Arbeit an der Stelle bei der Politik betreiben. Wenn man hierfür innerhalb eines Berufsverbandes eine gemeinsame Plattform dafür schaffen kann, um z.B. gemeinsam Probleme und Projekte zu besprechen, wäre das ein großartiger Fortschritt! Das ist zum Beispiel auch die Kernbegründung für meinen Eintritt in die DGUF gewesen.


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